rezension: schattenmädchen

Schattenmädchen

Titel: Schattenmädchen – Das Geheimnis einer Familie
Autorin: Laila El Omari
Teil einer Series: –
Verlag: Coppenrath Verlag
Seitenzahl320
Kurz und knapp: fesselnd, romantisch und geheimnisvoll bis zum Ende
Das Leben muss mehr zu bieten haben als langweilige Tanzveranstaltungen, die Vermählung mit einem wohlhabenden Teehändler und gelegentliche Ausflüge in die nächste Kleinstadt, da ist sich Maya sicher! Gut behütet und gelangweilt wächst die 16-Jährige auf den Teeplantagen Ceylons auf – bis im Frühjahr 1895 alles, was sie zu kennen glaubt, auseinanderzubrechen droht. Plötzlich kommt sie einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur, das mit dem mysteriösen Verschwinden ihrer Tante vor vielen Jahren in Zusammenhang steht. Und auch ihre Großmutter sieht Maya mit einem Mal mit ganz anderen Augen. Als dann auch noch der charismatische und gut aussehende Engländer Adrian in ihre Leben tritt, steht Mayas Gefühlswelt endgültig kopf …

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Zurzeit habe ich ein Faible für Historische Romane, weshalb ich – sobald ich Schattenmädchen sah – wusste, dass ich es unbedingt lesen musste, zumal mich der Klappentext an Die Teeprinzessin von Hilke Rosenboom erinnerte.

Mit Schattenmädchen hatte ich zu Beginn ein wenig Schwierigkeiten, richtig in die Geschichte reinzukommen. So war es anfangs nicht einfach, die Verwandtschaftsverhältnisse direkt zu durchschauen – ein Stammbaum wäre vielleicht hilfreich gewesen – und man wird behutsam in die Geschichte eingeführt: Wie der Klappentext bereits verrät, wächst Maya gelangweilt auf der Teeplantage ihrer Familie auf und quält sich von einer gesellschaftlichen Veranstaltung zur anderen. Mit dem plötzlichen Auftauchen Adrians allerdings wird dieses schnell durcheinandergebracht, genauso wie das Auftauchen einer gewissen Mrs Ella Chadwick aus England rasch Leben in die Gesellschaft von Ceylon bringt.
Schon bald aber bemerkt Maya, dass Geheimnisse ihre Familie überschatten – nicht nur kommt ihr das Totschweigen ihrer verschollenen Tante Hester in der Familie mysteriös vor; spätestens, als sie deren Tagebuch entdeckt und erfährt, dass Adrians Mutter zur ungefähr selben Zeit vor vielen Jahren verschwunden ist, ist ihre Neugier geweckt. Auch die daraufhin aggressive Reaktion ihrer Großmutter treibt ihr Interesse noch weiter an.

War das Buch zunächst noch ein wenig schleppend zu lesen, ändert sich dies nach ein paar Kapiteln schnell. So entwickelt sich – wie man voraussehen konnte – eine Romanze zwischen Maya und Adrian, die mich persönlich an die von Stolz und Vorurteil erinnert. Eingeengt von den Konventionen ihrer Zeit, aber dennoch fast unbefangen von den sozialen Normen beginnen sie eine heimliche Beziehung, welche sich federleicht durch die Geschichte zieht.

Die einzelnen Charaktere wirken anfangs leicht undurchdringlich, was wesentlich am kühl-distanzierten Schreibstil liegt, was aber keineswegs den Lesefluss stört. Ganz im Gegenteil: Ich war schon bald in ihn verliebt, da man sich durch ihn tatsächlich in die damalige Zeit hineinversetzt fühlt. Darüber hinaus taucht man durch den Wechsel der Perspektiven – es wurde z.B. aus Mayas, Adrians und Ellas Sichtweise erzählt – schnell in die Gedankenwelt der Charaktere ein: So erhält man viel mehr Hintergrundsinformationen, erfährt von ihren Hoffnungen, Ängsten und Träumen. Denn obwohl aufgrund der gesellschaftlichen Bedingungen ihre äußeren Handlungsschritte häufig beschränkt sind, so sind deren Gedanken anschaulich gestaltet und man kann nicht anders, als mit den Charakteren gemeinsam mitzufiebern, mitzuleiden und mitzuhoffen. Dazu kommt das abrupte Abbrechen einiger Kapitel, wodurch die Spannung natürlich ungemein steigt.
Zudem punktet der Roman durch  kontrastvolle und starke Nebencharaktere, die mit Tiefe und und somit auch Schwächen überzeugen. Besonders im Hinblick auf deren Beziehungen zu Maya gelangt man mehr und mehr an die tatsächliche Persönlichkeit der einzelnen Charaktere, insbesondere die der direkten Familienmitglieder Mayas, denn schnell wird klar, wie wichtig familiärer Zusammenhalt ist.

Darüber hinaus konnte mich die Autorin mit ihrem Wissen über die englische Kolonialzeit in Ceylon, dem gesellschaftlichen Leben der damaligen Zeit und dem Alltag auf Teeplantagen richtig begeistern, sodass ich völlig in der Geschichte abgetaucht war, was zusätzlich dadurch verstärkt wurde, dass im Verlaufe der Handlung immer wieder Hinweise hinterlassen werden, die das Geheimnis um Mayas Familie noch rätselhafter machen.

Schattenmädchen ist ein Buch, das durch die geheimnisvolle und ausdrucksstarke Atmosphäre, die bis zum Ende anhält, einen fesselt, mitreißt und nicht mehr loslässt. Natürlich gibt es einige Schwächen im Buch, die man allerdings durch den großartigen Handlungsaufbau gerne ignoriert. Hat man aber einmal den Einstieg geschafft, kann man nicht anders, als dem Charme des Buches verfallen zu sein.

Ein weiterer Punkt auf ganz persönlicher Ebene: Ich war noch nie ein Katzenfreund (jetzt ist es raus. Ich steh’ nicht auf Katzen.) und ich war auf gewisser Weise erleichtert, dass Maya dies auch nicht unbedingt war.

5CCVielen Dank an Lovelybooks und den Coppenrath Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

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3 thoughts on “rezension: schattenmädchen

  1. Schöne Rezi, das Buch kommt direkt auf meine Wunschliste. Ich bin auch gleich mal Leserin über bloglovin geworden ^^

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  2. Hallöchen 🙂
    Ich lese auch gerne Historische Romane, nur leider nicht alle…ds ist bei mir ein bisschen eingegrenzt. Aber dank dieser Rezi habe ich gleich mal wieder eins gefunden, welches ich sonst nicht entdeckt hätte.
    LG
    Fiorella

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