Rezension: Seelenmagie 1 – Unendlich

Unendlich

 

Titel: Seelenmagie 1 – Unendlich
Autorin: Alana Falk
Verlag: bookshouse Verlag
Seitenzahl: 459
Kurz und knapp: Nicht mein Ding!/Kitschiger Liebesroman

Die 18-jährige Lena geht zielstrebig ihren Weg, um endlich ihrem verhassten Heimatdorf und dem ständigen Streit mit ihrer Mutter zu entkommen. Ein Stipendium für Chemie muss her, koste es, was es wolle. Dass sie sich verliebt, ist nicht geplant. Schon gar nicht in den 25-jährigen Cay, der einen Kurs für die Bewerber um das Stipendium leitet. Er teilt ihre Liebe für Chemie und kann anscheinend sogar Kupfer in Gold verwandeln.
Cay fasziniert sie, doch Lena darf ihren Gefühlen niemals nachgeben. Eine Beziehung würde all ihre Chancen auf das Stipendium zerstören, und damit jede Hoffnung, ihr altes Leben hinter sich zu lassen.
Verzweifelt wehrt sich Lena gegen ihre Gefühle, doch Cay lässt keine Gelegenheit aus, ihr seine Zuneigung zu zeigen. Lena ahnt nicht, warum er so hartnäckig um sie kämpft, und dass ihre Liebe zu ihm sie so viel mehr kosten könnte als das Stipendium. Denn Cay ist kein einfacher Student, und ihre Begegnung war kein Zufall.

Abtrennung

Nachdem ich bereits vor einigen Monaten Bis ins Herz der Ewigkeit von Alana Falk gelesen habe und hin- und weggerissen von dem Buch war, stand Unendlich ganz oben auf meiner Wunschliste. Kein Wunder, dass ich hohe Erwartungen am Buch hatte – zu hohe, wie ich im Nachhinein feststellen musste. Denn egal wie stark ich versucht habe, den Roman zu mögen, so konnte ich auch mit besten Willen mich nicht mit den Verlauf der Handlung anfreunden.

Seitdem ihre Großmutter gestorben ist, hat Lena beschlossen, die Pflanzenliste, die ihre Gromi ihr hinterlassen hat, fortzuführen. Auf einer dieser „Suchtouren“ trifft sie auch zum ersten Mal Cay: Mysteriös, geheimnisvoll und doch mit einer faszinierenden Aura, fühlt sie sich ihm seit dieser Begegnung irgendwie angezogen. Umso erstaunter ist sie, als dieser sich als eine Art Assistenzlehrer in den Vorbereitungskursen an ihrer Schule für ein Chemie-Stipendium an der Münchener Uni herausstellt.

Ich war fasziniert vom Handlungsort der Geschichte: So hat das Buch immer etwas Gotisches und Mystisches an sich, was mich seltsam fesseln konnte und mich dazu antrieb, es weiterzulesen, obwohl das Buch an mehreren Stellen schwächelte, insbesondere in Hinsicht der Charaktere, bzw. deren Persönlichkeiten. So ist die Geschichte der Stadt, in der Lena wohnt, auch eng mit die ihrer eigenen Familie sowie der Herkunft Cays verbunden und es hat Spaßt gemacht zu sehen, wie Alana Falk alle drei Geschichten nahtlos zusammenführt. Auch der Magieaspekt ist in vielen Hinsichten innovativ und ich war begeistert, wie hervorragend die Autorin es geschafft hat, Naturwissenschaft mit Magie zu verknüpfen.

Darüber hinaus war ich begeistert von Lenas Charakter – zumindest am Anfang der Geschichte: Ehrgeizig, neugierig und stets diese Faszination ausstrahlend, verkörperte sie eigentlich die Eigenschaften, die ich an starken Hauptpersonen so mag. Oh, und habe ich erwähnt, dass sie Chemie mag und naturwissenschaftlich begabt ist? In dieser Hinsicht ist sie auf  jeden Fall einer der einzigartigsten Protagonistinnen und ich freute mich schon, endlich eine Hauptcharakterin/Heldin mit viel Identifizierbarkeitspotenzial zu treffen. Dies sollte sich aber schon bald wieder ändern, wie ich feststellen musste: Tatsächlich wandelt sie sich schon nach einiger Zeit zu einer liebestollen Person, die sich überwiegend von ihren Liebeshormonen leiten lässt und unfähig für objektive und mehr oder minder sinnvollen Handlungen fähig ist. Hinzu kommen noch viele Liebesbekundungen, die die Klischeekategorie sprengen – mir war es manchmal schon fast zu peinlich, die Dialoge zu lesen. Oder allein die Beschreibung hinsichtlich ihrer Gefühle gegenüber Cay – brrr. („Sein unendlich liebevoller Blick ließ die letzten Reste ihrer Selbstbeherrschung zu Staub zerfallen“ (Position 663/1334) —hallo?! Fühlt man sich da nicht seltsam ahklajd#oajeläkf?)
Oh, und habe ich schon erwähnt, dass es Liebe auf dem ersten Blick gibt? Nun bin ich diesem Aspekt nicht immer abgeneigt, hier allerdings war dies zu offensichtlich. Ein unschuldiges Mädchen + ein Junge mit einem dunklen Geheimnis = Liebe für immer? In dieser Hinsicht hätte ich mir eine bessere Ausarbeitung bei der Romanze gewünscht.

Unnötige Handlungsstränge erschwerten es mir, mich ganz auf den „Hauptplot“ zu fokussieren. Zwar weiß man als Leser ungefähr, welche Richtung die Geschichte einschlagen wird; allerdings hatte ich häufig das Gefühl, das sich das Buch an mehreren Stellen unnötig in die Länge zieht. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Buch überraschend viele Seiten hat. Es ist jetzt nicht so, als ob ich nicht in die Geschichte reinkommen konnte; im Gegenteil, trotz der Länge des Buches von knapp 500 Seiten habe ich es innerhalb von zwei Tagen zu Ende gelesen.
Denn der Schreibstil von Alana Falk ist wieder einmal fantastisch! Flüssig, unkompliziert und einfach zu lesen, schaffte es die Autorin, mich an das Buch zu fesseln, obwohl ich mehr als einmal in Betracht gezogen habe, das Buch abzubrechen.

Womit ich nun zu Cay komme: Er ist ein Ekel-Stalker. Ich weiß, dass viele Leser mir in diesem Punkt widersprechen werden und ich sehe auch, dass da eine Ausstrahlung von ihn ausgeht, der sich Lena nicht entziehen kann. Allerdings verfolgt er Lena. Er nimmt eine Stelle als Assistenzlehrer an, um ihr näher zu sein und manipuliert eine Auslosung für eine Assistenzstelle (Lena wird dadurch zu seiner „Aushilfe“ beim Büchersortieren), um mehr Zeit mit ihr zu verbringen. Nun erfährt man zwar am Ende auch sein „Motiv“ für sein Verhalten, was allerdings wieder zu Sympathiepunkteabzüge bei mir führte und meine Meinung für sein egoistisches Verhalten verstärkte. Ihr seht? Dieser Teufelskreis von Naivität (Lena) und Besessenheit (Cay) sowie der Schwerpunkt auf die Liebesgeschichte war mir letztendlich einfach zu viel des Guten.

Auch kamen viele Nebencharaktere viel zu flach rüber. Von der „Ich hasse dich bis zum Tod“-Erzfeindin in der Schule bis zu Lenas „Ich bin unfähig, eine Bindung zu dir aufzubauen und dein Liebesleben zu verstehen“-Mutter – ich habe mir häufig gewünscht, dass die Nebencharaktere nicht so eindimensional gewesen wären.

Nun ist es nicht so, als ob ich das Buch total hasse oder so. Ich sehe durchaus den Reiz an dieser Geschichte, doch leider verfolgt das Buch bis auf die Art der Magie das typische 0815-Muster von — ja was eigentlich? Mädchen kann sich (scheinbar!) zwischen Liebe und Pflicht nicht entscheiden – Muster? — wodurch das Buch viel zu vorhersehbar für mich war. Wahrscheinlich stehe ich mit meiner Meinung alleine in der Minderheit, aber letztendlich war das Buch leider ein Reinfall für mich.

2Schmetterling

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2 thoughts on “Rezension: Seelenmagie 1 – Unendlich

  1. Das ist ja schade, dass es so eine Enttäuschung war. Hoffe, das nächste Buch wird besser sein! Danke für die ehrliche Rezi.

    by the way, wusste gar nicht, dass du aus Deutschland bist 🙂

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    • Danke! Mir fällt es, um ehrlich zu sein, irgendwie leichter, “schlechte” Rezensionen zu schreiben als gute. Ich weiß nicht, aber dieses “flow of writing” ist in solchen Situationen häufig einfach ungezwungener für mich.

      Und ja, ich glaube, das wissen die wenigsten Leute. 🙂 Ich lebe erst seit ungefähr einem Jahr wieder in Deutschland, weil ich davor (mit ein paar Unterbrechungen) 8 Jahre lang Internatsschülerin in der USA und England war. Es hätte (und hat) sich komisch angefühlt, nur auf Deutsch zu bloggen. Ich weiß nicht, aber ich fühle mich in Englisch häufig wohler als in Deutsch, weil ich bis vor Kurzem hauptsächlich auf Englisch kommuniziert habe.
      Oh, und deshalb war ich von Anfang an auch fasziniert von deinem eigenen Blog! Ich meine, du schaffst es, sowohl englische und deutsche Rezis zu schreiben und ich dachte mir nur “ja! Genauso will ich das auch schaffen!”

      Vielen Dank fürs Vorbeikommen, ich LIEBE es, deine Rezis zu lesen!

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