Under the Spotlight — Interview with Angie Stanton

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I’m so excited to be hosting the amazing Angie Stanton on my blog today! For those who don’t know her — she’s the author of The Jamieson Collection series (Under the Spotlight is the third book in this series!!) as well as of Royally Lost, a YA contemporary that was published last year. Something that I really like about her books are that the stories are always soI don’t know…fluffy and cute! She was kind enough to answer some questions for the Under the Spotlight blog tour today, and seriously, I think I like her even more after I’ve read the whole interview. Continue reading

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Rezension: Eisblaue Augen

EisblaueAugen

Titel: Eisblaue Augen
Autorin: Sandra Bäumler
Verlag: Carlsen Impress
Seitenzahl: 284
Erschienen am: 4. September 2014
Kurz und knapp: Lesen auf eigene Gefahr!

Als die achtzehnjährige Alex in einer originalen »Jane Eyre«-Ausgabe ihrer Großmutter eine Handvoll geheimnisvoller Tagebuchblätter findet, ahnt sie noch nicht, wie sehr diese ihr weiteres Leben bestimmen werden. Sie erzählen von der jungen Kate, die im 19. Jahrhundert ihre Arbeit als Gouvernante in einem englischen Landhaus am Meer aufnimmt, wo sie sich unsterblich in den undurchsichtigen Hausherrn Valen Morrisey verliebt. Alex’ Neugier ist geweckt, als sie herausfindet, dass es dieses Haus noch immer gibt. Sie macht sich auf den Weg nach Cornwall und lernt dort den überaus gutaussehenden Jay mit den eisblauen Augen kennen, der ihr nicht nur bei ihren Nachforschungen hilft, sondern auch selbst nicht ganz das ist, was er vorzugeben scheint…

AbtrennungEisblaue Augen ist ein Buch, das man einfach lesen will, wenn man das Cover sowie den Klappentext sieht. Beides nämlich verspricht eine märchenhafte und epische Liebesgeschichte im Sinne von Schauergeschichten wie Wuthering Heights, das im ländlichen Land Teil von England spielt — ich war gespannt, wie die Autorin die beiden Handlungs- und Zeitstränge verknüpfen würde. Leider allerdings kam nie dieser Wow-Moment, der meine Erwartungen bestätigen konnte, obwohl die Geschichte relativ vielversprechend begann. Insgesamt gibt es drei grundlegende Probleme, die das Buch von einem Höhenflieger zu einem absoluten Flop für mich machten.

Erstens, die Handlung. Im wesentlichen ist die Grundidee der Geschichte nicht schlecht: Bei der Beerdigung ihrer Großmutter findet Alex geheimnisvolle Tagebuchblätter, die vorerst nichts mit ihrem Leben zu tun haben scheinen. Amüsiert liest sie, wie sich Kate Hals über Kopf in den rätselhaften Valen, Onkel ihrer beiden Schützlinge verliebt — was zugleich aber auch ihren Untergang bedeutet. Von den Tagebucheinträgen fasziniert, beschließt Alex, Kates Spuren zu folgen und reist kurzerhand nach Cornwall, wo sie den zum Umfallen gutaussehenden Jay trifft — und das war’s. Leider nämlich wird schon ziemlich schnell klar, dass die “Liebesgeschichte” im Sinne von Ich-bin-so-verliebt-ich-brauche-nur-meinen-Mann-an-der-Seite-Logik im Vordergrund steht, wodurch das Potenzial der Geschichte schnell verloren geht und die Spannung schwindelerregend sinkt. Diese Unlogik findet man im Verlaufe dieses Buches immer wieder, worunter der interessantere Teil des Buches, nämlich der Fantasy-Aspekt, sehr zu leiden hat. Nicht verleugnen jedoch kann man die Gothic fiction-Eigenschaften, die Bäumler perfekt in Szene zu setzen weiß. Von Elementen wie stürmischen Wetter und melancholischen Charakteren bis zur übernatürlichen Gegenwart und Mondlichtnächten – Bäumler scheut keine Mühen und Kosten, diese Stimmung im 19. Jahrhundert in der Geschichte widerzuspiegeln!
Die Verschmelzung von Gegenwart und Vergangenheit gelingt allerdings eher schlecht als recht, da essenzielle Leitfragen geflissentlich überflogen, bzw. die Lösung zu diesen leichtsinnig vereinfacht werden, sodass bis zum Schluss allerdings bleiben viele Handlungsstränge ungeklärt bleiben. Mir hat insgesamt ein roter Faden in der Geschichte gefehlt, damit das Buch etwas “Greifbareres” hat.

Zweitens, der Weltenaufbau. Auch hier gibt es am Grundkonzept des Buches nichts zu bemängeln. Denkt man anfangs noch, es handele sich bei dem Buch um ein Contemporary-Roman, wird beim Lesen der Tagebucheinträge klar, dass eindeutig ein Fantasy-Aspekt hinzukommt. Ein Wort: Unterwassesr. Allerdings wird dieser Teil der Geschichte viel zu wenig ausgeführt, sodass man nur wenige Informationen über die Unterwasserwelt erhält — wie ist die Gesellschaft aufgebaut, wie kam es zur Rivalität zwischen den Führern? Auch hier wird das Nötigste zwar beantwortet, innovativ würde ich den paranormalen Teil des Buches aber nicht bezeichnen. Folglich wirkt die Struktur des Buches viel zu flüssig”, sodass auch die “Glaubwürdigkeit” der Geschichte sinkt.

Drittens, die Hauptcharakterin selber. Häufig scheint es, als ob die Autorin Alex zur perfekten unperfekten Protagonistin machen wollte, was ihr letztendlich nur eine ambivalente Note gibt. Ja, Alex’ Familie hat einen Adelstitel. Nein, Alex ist er egal. Nein, nichts kann sie von ihrer Familie trennen. Ja, sie lässt es trotzdem zu. Nein, Alex wird niemals so naiv wie Kate werden. Ja, sie wird es trotzdem. Sie als Hauptcharakterin am Ende des Buches ist so blind vor Liebe, dass es beim Lesen nicht mehr Spaß macht, ihr beim Handeln und Entscheidungen treffen zuzusehen, denn letztendlich tut sie es nicht mehr! Stattdessen lässt sie ihr Leben von Jay bestimmen, aber NEIN, das ist doch nicht naiv oder???!!!! Folgende Beispiele: Alex macht einen Witz über Jay, dass dieser ein Massenmörder sein könnte — aber das Ironische daran ist, dass, so wie er sich verhält, man dies auch stark annehmen könnte (*hust* komischer Stalker *hust*). Oder. Beim zweiten Treffen fragt er Alex direkt, ob sie an Schicksal glaubt….ich weiß jetzt nicht, wie es bei anderen ist, jedoch stoßen Typen mit solch aufdringlichen Fragen mich eher ab. Vielleicht hat Alex einfach einen komischen Männergeschmack.

Auch das Ende konnte das Buch nicht mehr retten — viel mehr ist dieses der schwächste Teil des Buches, da im letzten Moment noch alle möglichen Klischees aufeinandertreffen, die die Geschichte zu einem schwammigen Leseereignis machen. Allein der flüssige Schreibstil konnte mich dazu bewegen, das Buch überhaupt erst nicht abzubrechen, obwohl es letztendlich nur ein 08/15 Fantasy-Romance Buch bleibt.

2SchmetterlingVielen Dank an Carlsen Impress für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Rezension: Die Stunde der Lilie

Stunde der LilieTitel: Die Stunde der Lilie
Autorin: Sandra Regnier
Verlag: Carlsen Impress
Seitenzahl: 305
Kurz und knapp: Charmant, lebendig, originell.

Es sollte ein gewöhnlicher Ausritt nach einem anstrengenden Schultag werden. Niemals hätte sich die sechzehnjährige Julia träumen lassen, dass es sie an der mit Lilien gesäumten Weggabelung aus dem Deutschland der Gegenwart ins Frankreich des 17. Jahrhunderts verschlagen würde. Und das ohne eine Möglichkeit der Rückkehr. Von einem Tag auf den anderen muss sich Julia den Sitten des Versailler Königshofes anpassen und zu allem Übel auch noch Französisch lernen. Glücklicherweise bekommt sie jedoch einen einflussreichen Vormund an die Seite gestellt: Etienne Flémont, den Grafen von Montsauvan. Ein Mann, der ihr Schicksal noch weitreich beeinflussen soll … 

AbtrennungSchon einmal vorab: Das Buch ist einer der einfallsreichsten, originellsten und witzigsten Jugendromane, die ich seit Langem gelesen habe! Die Geschichte dreht sich um Julia, ein 16-jähriges Mädchen, das von einem Moment auf den anderen aus ihrer Heimat in der Eifel (im 21. Jahrhundert wohlgemerkt!) nach Versailles ins 17. Jahrhundert gerissen wird — wie bleibt vorerst unklar. Dass ein kleiner gesellschaftlicher Skandal bei ihrem plötzlichen Auftauchen entsteht, ist mehr als selbstverständlich. Anstatt jedoch einen “Lettre de cachet” (was Julia am meisten befürchtet) von Ludwig XIV. höchstpersönlich zu bekommen – die berüchtigten Haftbefehle des Königs ohne jegliches Recht auf Gerichtsverfahren – wird ihr Etienne, der Graf von Montsauvan, als persönlicher Lehrer und Mentor zugeteilt, sodass sie innerhalb kürzester Zeit fest integriert am französischen Hof sein soll.

Als Leser also begleitet man Julia bei ihrer Verwandlung vom gewöhnlichen Mädchen zur französischen Mademoiselle, was durch einfallsreiche und sarkastische Kommentare von ihrer Seite aus zum reinsten Lesespaß wird, sodass man gar nicht anders kann als von ihrer komischen Gerissenheit begeistert zu sein. So kommt es, dass Julia nicht nur eine sympathische Hauptcharakterin ist, sondern auch mit ihrem Witz und Verstands in so gut wie jeder Situation überzeugt, egal wie tollpatschig sie ist — nicht nur ist sie die reinste Niete in Französisch, nein, zusätzlich zum Intensivkurs Französisch mit Montsauvan kommen noch unendlich viele Reitstunden (im Damensattel!), Musikunterricht in Gesang und weiteren Hipster-Instrumenten, sowie unzählige Stunden in Tanzen und Etikette am französischen Hof hinzu. Dass sie mit ihrer lockeren Art einen krassen Kontrast zu Montsauvan darstellt, der am Anfang als eine ziemlich verkniffene und trockene Person beschrieben wird, ist mehr als amüsant! Tatsächlich scheint er zu Beginn nur der unnachgiebige und undurchschaubare Lehrer von Julia zu sein (der nichtsdestotrotz ein “Highflyer” am Hofe des Sonnenkönigs ist und manchmal sehr anziehend sein kann), der sich ihr jedoch nach und nach gegenüber auch öffnet, wobei Julias Kratzbürstigkeit dazu wesentlich beiträgt (endlich keine Protagonisitin, die nicht liebestoll wird!!). So entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden, obwohl man eigentlich nicht anders kann, als Montsauvans außergewöhnlichem Charme zu erliegen.

Als totale frankophile Person war mir eine die historische Richtigkeit bis zu einem bestimmten Punkt sehr wichtig, weshalb ich es umso beeindruckender  fand, wie bildgewaltig und anschaulich tatsächlich das Buch letztendlich ist. Regnier gelingt es, Versailles in aller Pracht (zumindest das, was zu diesem Zeitpunkt schon vorhanden ist) im 17. Jahrhundert darzustellen; ihre Liebe ins Detail spürt man in jeder einzelnen Seite, sodass das Buch insgesamt sehr lebendig wirkt. Auch die Mystik um die Persönlichkeit von Ludwig XIV. findet sich in Die Stunde der Lilie wieder, genauso wie die Intrigen des höfischen Lebens deutlich zu Vorschein kommen. Regnier weiß es, man Fiktion und historische Richtigkeit miteinander zu verweben, sodass beide Aspekte nahtlos zusammengeführt werden, ohne dass irgendein Kitsch entsteht.  Es hat mehr als Spaß gemacht, Julia und Etienne Leben beim Aufdecken von Komplotten zu begleiten, genauso wie den Rausch der Kleider und Bälle im 17. Jahrhundert mitzuerleben.

Insgesamt beinhaltet das Buch so ziemlich ALLES, was ich an guten Büchern mag: Ein bis zur letzten Seite spannender Plot, witzige Unterhaltungen, eine schlagfertige Hauptcharakterin, eine süße Liebesgeschichte, das beste Setting überhaupt und sehr viel französischer Charme. Die Stunde der Lilie ist, ohne Frage, einer der besten Bücher, die ich dieses Jahr, wenn nicht sogar einer der besten Zeitreise-Romane, diein meinem ganzen Leben gelesen habe. Ich kann es kaum erwarten, das zweite Buch und abschließenden Band der Dilogie nächstes Jahr zu lesen!

5SchmetterlingVielen Dank an Carlsen Impress für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Rezension: Dark Love

DarkLoveTitel: Dark Love
Autorin: Lia Habel
Verlag: Piper
Seitenzahl: 512
Kurz und knapp: Bombastischer Weltenaufbau

Ein Wettlauf mit der Zeit und eine große Liebe, die keine Grenzen kennt: Flackernde Gaslampen, dampfbetriebene Kutschen und digitale Tagebücher – das ist die Welt der Nora Dearly im Jahr 2195. Die 17-jährige Vollwaise lebt im Internat, bis sie eines Tages entführt wird. Denn ein Virus greift um sich, das Menschen in lebende Tote verwandelt. Und Nora trägt als Einzige die Antikörper in ihrem Blut. Bald muss sie feststellen, dass es auch wandelnde Untote gibt, die sich ihre Menschlichkeit dank eines Antiserums erhalten können. Und Bram, ihr Entführer, ist einer von ihnen. Nora verliebt sich in den jungen Mann, aber die Endlichkeit seiner Existenz bedroht ihre Liebe. Nur Noras längst tot geglaubter Vater, ein hochrangiger Wissenschaftler, könnte ein Gegenmittel entwickeln, doch er ist selbst infiziert und droht zu sterben. Ist Noras Welt dem Untergang geweiht?

AbtrennungObwohl es ungefähr drei Monate lang gedauert hat, bis ich das Buch zu Ende gelesen habe, muss ich dennoch sagen, dass mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Genau genommen ist Dark Love ein bombastisches Buch und ich könnte tagelang von der Welt schwärmen, die Lia Habel erschaffen hat!

Nora ist keine Hauptcharakterin, mit der ich direkt warm werden konnte. Ganz im Gegenteil: Anfangs als rebellisch gegenüber den Konventionen ihrer Zeit, sturköpfig und starrsinnig mit feministischen Ansätzen dargestellt, war mir ihre Art zu Beginn irgendwie zu…krass. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll, jedoch hat man häufiger den Eindruck, dass Nora zu hart für eine Heldin ist; dass die Autorin bewusst eine perfekte knallharte und unerschrockene Protagonistin erschaffen wollte, um einen Kontrast zur immer nur auf die Etikette achtenden neuviktorianischen Heuchler-Gesellschaft zu schaffen.
Dies sollte sich aber schnell ändern: Mit ihrer offenen und aufgeschlossenen Art konnte sie mich (und Bram) schnell für sich einnehmen und bringt willkommene Abwechslung in dem strengen Militärstützpunkt der Rebellen, wohin sie “entführt” wird. Tatsächlich stellt sich jedoch bald heraus, dass die Rebellengruppe – eine Mischung von Menschen und “guten” Zombies – nicht so schlecht ist wie es anfangs scheint — viel mehr bekämpft sie sogar die “bösen” Zombies, die Noras Heimatstadt in Verzweiflung stürzen.

Was mich ab und an gestört hat, sind die abwechselnden Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird. So habe ich zunächst angenommen, dass wir das Geschehen im Buch nur aus der Sicht von Nora und Bram mitverfolgen würden, aber nein! Insgesamt gibt es ungefähr sechs Perspektiven — sogar aus Sicht der Bösewichte. Gerade dieser Aspekt war wahrscheinlich einer der Gründe, warum ich so lange benötigt habe, das Buch zu beenden — kurz, nachdem man sich an die Erzähl-/Sichtweise gewöhnt hat, wird man aus diesem Lesefluss wieder rausgerissen. Allerdings hat der Perspektivenwechsel auch den Vorteil, dass man sich viel schneller mit Nebencharakteren anfreunden kann: So wirkt zum Beispiel Pamela, Noras schüchterne, verarmte und schnell einzuschüchternde beste Freundin, nicht mehr so eindimensional und mausert sich nach und nach zu eine mutige Heldin, die nicht mit den Wimpern zuckt, um Zombies zu töten.

Allgemein sind die Zombies so überhaupt nicht, wie man erwartet: So ist bei einem Zombie der Kiefer längst ab und wird durch Drähte ersetzt; bei einem anderen Zombie fehlt der ganze Kopf. Diese bewusste Anti-Makellosigkeit und Anti-Attraktivität konnte mich sehr beeindrucken, da trotz allem die Dynamik zwischen Menschen und Zombies offensichtlich funktioniert, genau wie die Menschlichkeit bei den guten Zombies noch immer intakt ist — auch in Sachen Liebe. 

Was mich zudem zutiefst beeindrucken konnte, war Lia Habels Liebe ins Detail: Die Welt, die die Autorin erschaffen hat, war fesselnd von Anfang bis zum Ende. Man spürt richtig, wie sehr sie die Welt liebt; kein Detail ist zu viel, keine Beschreibung zu wenig: So ist gesellschaftliche Ordnung in der Dark Love-Welt war lange nicht so spießig wie ich erwartet habe. Oder besser: Die Menschen sind spießig, jedoch konnte ich mich schnell mit dem Hintergrund des Gesellschaftsaufbau anfreunden. “Schuld” daran war u.a. die Ausführlichkeit, mit der Lia Habel die Geschichte der neuviktorianischen Welt in der Zukunft erläutert: So ist die Gesellschaft nicht immer so gewesen, sondern stand sogar kurz vor dem Untergang. Um Ordung sowie eine Art Konstanze und Orienterungspunkt wieder zu haben, bezog sich die Menschheit wieder auf die Sitten und Normen des Viktorianischen Zeitalters und voilà, die neue Gesellschaft ist entstanden — für mich jedenfalls ist dies ein sehr plausibler Grund für den ungewöhnlichen Weltenaufbau in der Zukunft.

Ein weiterer Pluspunkt in diesem Buch ist eindeutig der Schreibstil. Anstatt einer kitschigen gehobenen Sprache, von der ich gedacht habe, dass sie aufgrund des “Zeitalters” verwendet werden würde, überzeugt die Autorin mit einem lockeren und ungezwungenen Schreibstil, der sehr angenehm zu lesen ist. Tatsächlich wird sogar relativ viel Slang unter Noras ungefähr gleichaltrigen Zombiefreunden im Buch verwendet, sodass ich doch an der einen anderen Stelle schmunzeln musste. So löst sich die anfängliche statische Situation, in der sich Nora im “Zombiestützpunkt” befindet, nach und nach auf und wird durch eine Dynamik ersetzt, die ich nicht erwartet hätte.

Was die Romantik im Buch angeht, muss ich ehrlich gesagt gestehen, dass ich ihr gegenüber etwas skeptisch gegenüberstand. Wie schon bereits oben erwähnt, bin ich normalerweise nicht der größte Anhänger von Zombie-/Steampunkliteratur und war dementsprechend gespannt, wie die Autorin die offensichtliche “Distanz” zwischen Bram und Nora überbrücken würde. Dass sich beide auch sofort gewissermaßen zueinander gezogen fühlen, trug auch nicht zu meiner Begeisterung bei.
Die Zweifel sollten sich aber glücklicherweise als unnötig herausstellen, denn: Die Romantik in diesem Buch war aber mal sowas von genial! Da Bram ein relativ steifer Mensch Zombie ist, ergeben sich viele urkomische Szenen und ich musste mehrmals über die manchmal unbeholfene Interaktion ihm und Nora lachen.

Ich weiß, dass Dark Love auf jeden Fall einer dieser “Hit or Miss”-Bücher ist — für mich war es aber definitiv ein Hit. Zwar bedient sich das Buch vieler Klischees, was viele Leser wahrscheinlich zum Augenrollen bringt; insgesamt ist der Weltenaufbau und die Grundidee der Geschichte jedoch zu innovativ und überraschend spannend, als dass ich das Buch nicht mögen könnte, weshalb ich mehr als bereit dazu bin, über die kleinen Schwächen im Buch hinwegzusehen.

4SchmetterlingVielen Dank an Piper für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

 

Rezension: Seelenmagie 1 – Unendlich

Unendlich

 

Titel: Seelenmagie 1 – Unendlich
Autorin: Alana Falk
Verlag: bookshouse Verlag
Seitenzahl: 459
Kurz und knapp: Nicht mein Ding!/Kitschiger Liebesroman

Die 18-jährige Lena geht zielstrebig ihren Weg, um endlich ihrem verhassten Heimatdorf und dem ständigen Streit mit ihrer Mutter zu entkommen. Ein Stipendium für Chemie muss her, koste es, was es wolle. Dass sie sich verliebt, ist nicht geplant. Schon gar nicht in den 25-jährigen Cay, der einen Kurs für die Bewerber um das Stipendium leitet. Er teilt ihre Liebe für Chemie und kann anscheinend sogar Kupfer in Gold verwandeln.
Cay fasziniert sie, doch Lena darf ihren Gefühlen niemals nachgeben. Eine Beziehung würde all ihre Chancen auf das Stipendium zerstören, und damit jede Hoffnung, ihr altes Leben hinter sich zu lassen.
Verzweifelt wehrt sich Lena gegen ihre Gefühle, doch Cay lässt keine Gelegenheit aus, ihr seine Zuneigung zu zeigen. Lena ahnt nicht, warum er so hartnäckig um sie kämpft, und dass ihre Liebe zu ihm sie so viel mehr kosten könnte als das Stipendium. Denn Cay ist kein einfacher Student, und ihre Begegnung war kein Zufall.

Abtrennung

Nachdem ich bereits vor einigen Monaten Bis ins Herz der Ewigkeit von Alana Falk gelesen habe und hin- und weggerissen von dem Buch war, stand Unendlich ganz oben auf meiner Wunschliste. Kein Wunder, dass ich hohe Erwartungen am Buch hatte – zu hohe, wie ich im Nachhinein feststellen musste. Denn egal wie stark ich versucht habe, den Roman zu mögen, so konnte ich auch mit besten Willen mich nicht mit den Verlauf der Handlung anfreunden.

Seitdem ihre Großmutter gestorben ist, hat Lena beschlossen, die Pflanzenliste, die ihre Gromi ihr hinterlassen hat, fortzuführen. Auf einer dieser „Suchtouren“ trifft sie auch zum ersten Mal Cay: Mysteriös, geheimnisvoll und doch mit einer faszinierenden Aura, fühlt sie sich ihm seit dieser Begegnung irgendwie angezogen. Umso erstaunter ist sie, als dieser sich als eine Art Assistenzlehrer in den Vorbereitungskursen an ihrer Schule für ein Chemie-Stipendium an der Münchener Uni herausstellt.

Ich war fasziniert vom Handlungsort der Geschichte: So hat das Buch immer etwas Gotisches und Mystisches an sich, was mich seltsam fesseln konnte und mich dazu antrieb, es weiterzulesen, obwohl das Buch an mehreren Stellen schwächelte, insbesondere in Hinsicht der Charaktere, bzw. deren Persönlichkeiten. So ist die Geschichte der Stadt, in der Lena wohnt, auch eng mit die ihrer eigenen Familie sowie der Herkunft Cays verbunden und es hat Spaßt gemacht zu sehen, wie Alana Falk alle drei Geschichten nahtlos zusammenführt. Auch der Magieaspekt ist in vielen Hinsichten innovativ und ich war begeistert, wie hervorragend die Autorin es geschafft hat, Naturwissenschaft mit Magie zu verknüpfen.

Darüber hinaus war ich begeistert von Lenas Charakter – zumindest am Anfang der Geschichte: Ehrgeizig, neugierig und stets diese Faszination ausstrahlend, verkörperte sie eigentlich die Eigenschaften, die ich an starken Hauptpersonen so mag. Oh, und habe ich erwähnt, dass sie Chemie mag und naturwissenschaftlich begabt ist? In dieser Hinsicht ist sie auf  jeden Fall einer der einzigartigsten Protagonistinnen und ich freute mich schon, endlich eine Hauptcharakterin/Heldin mit viel Identifizierbarkeitspotenzial zu treffen. Dies sollte sich aber schon bald wieder ändern, wie ich feststellen musste: Tatsächlich wandelt sie sich schon nach einiger Zeit zu einer liebestollen Person, die sich überwiegend von ihren Liebeshormonen leiten lässt und unfähig für objektive und mehr oder minder sinnvollen Handlungen fähig ist. Hinzu kommen noch viele Liebesbekundungen, die die Klischeekategorie sprengen – mir war es manchmal schon fast zu peinlich, die Dialoge zu lesen. Oder allein die Beschreibung hinsichtlich ihrer Gefühle gegenüber Cay – brrr. („Sein unendlich liebevoller Blick ließ die letzten Reste ihrer Selbstbeherrschung zu Staub zerfallen“ (Position 663/1334) —hallo?! Fühlt man sich da nicht seltsam ahklajd#oajeläkf?)
Oh, und habe ich schon erwähnt, dass es Liebe auf dem ersten Blick gibt? Nun bin ich diesem Aspekt nicht immer abgeneigt, hier allerdings war dies zu offensichtlich. Ein unschuldiges Mädchen + ein Junge mit einem dunklen Geheimnis = Liebe für immer? In dieser Hinsicht hätte ich mir eine bessere Ausarbeitung bei der Romanze gewünscht.

Unnötige Handlungsstränge erschwerten es mir, mich ganz auf den „Hauptplot“ zu fokussieren. Zwar weiß man als Leser ungefähr, welche Richtung die Geschichte einschlagen wird; allerdings hatte ich häufig das Gefühl, das sich das Buch an mehreren Stellen unnötig in die Länge zieht. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Buch überraschend viele Seiten hat. Es ist jetzt nicht so, als ob ich nicht in die Geschichte reinkommen konnte; im Gegenteil, trotz der Länge des Buches von knapp 500 Seiten habe ich es innerhalb von zwei Tagen zu Ende gelesen.
Denn der Schreibstil von Alana Falk ist wieder einmal fantastisch! Flüssig, unkompliziert und einfach zu lesen, schaffte es die Autorin, mich an das Buch zu fesseln, obwohl ich mehr als einmal in Betracht gezogen habe, das Buch abzubrechen.

Womit ich nun zu Cay komme: Er ist ein Ekel-Stalker. Ich weiß, dass viele Leser mir in diesem Punkt widersprechen werden und ich sehe auch, dass da eine Ausstrahlung von ihn ausgeht, der sich Lena nicht entziehen kann. Allerdings verfolgt er Lena. Er nimmt eine Stelle als Assistenzlehrer an, um ihr näher zu sein und manipuliert eine Auslosung für eine Assistenzstelle (Lena wird dadurch zu seiner „Aushilfe“ beim Büchersortieren), um mehr Zeit mit ihr zu verbringen. Nun erfährt man zwar am Ende auch sein „Motiv“ für sein Verhalten, was allerdings wieder zu Sympathiepunkteabzüge bei mir führte und meine Meinung für sein egoistisches Verhalten verstärkte. Ihr seht? Dieser Teufelskreis von Naivität (Lena) und Besessenheit (Cay) sowie der Schwerpunkt auf die Liebesgeschichte war mir letztendlich einfach zu viel des Guten.

Auch kamen viele Nebencharaktere viel zu flach rüber. Von der „Ich hasse dich bis zum Tod“-Erzfeindin in der Schule bis zu Lenas „Ich bin unfähig, eine Bindung zu dir aufzubauen und dein Liebesleben zu verstehen“-Mutter – ich habe mir häufig gewünscht, dass die Nebencharaktere nicht so eindimensional gewesen wären.

Nun ist es nicht so, als ob ich das Buch total hasse oder so. Ich sehe durchaus den Reiz an dieser Geschichte, doch leider verfolgt das Buch bis auf die Art der Magie das typische 0815-Muster von — ja was eigentlich? Mädchen kann sich (scheinbar!) zwischen Liebe und Pflicht nicht entscheiden – Muster? — wodurch das Buch viel zu vorhersehbar für mich war. Wahrscheinlich stehe ich mit meiner Meinung alleine in der Minderheit, aber letztendlich war das Buch leider ein Reinfall für mich.

2Schmetterling

Life of a blogger: Your quirks

Life of a Blogger

Life Of A Blogger is hosted by the fabulous Jessi from Novel Heartbeat where we let people know more about our lives outside of blogging so they can get to know us better!

So this week’s topic is all about quirks you have. Truth is, I can’t honestly think of any extreme quirks in my life. I do, however, have TONS of “minor” quirks which I’m gonna reveal exclusively to you. Here we go!

1. The wannabe singer
When I feel extremely cheerful, I’ve got that tendency to make a song out of random word snippets from any kind of conversation. I don’t even have to be a participant in it. Just give me a word — there’s always a song that matches it. This, however, doesn’t mean I can sing in public or even among friends. Wait, of course I can, but with a very awkward voice. Which leads me to another quirk:

2. Lillie turns into Kermit the Frog
When I feel embarrassed to say something, I always try to pretend to be very funny or sarcastic (I fail in both things, trust me). However, I always get that weird and awkward voice in such situations which has a strong resemblance with that of a Kermit the Frog. So if you ever saw me singing in front of a crowd, don’t be surprised there’s no frog around since it’s actually me. Btw, I love singing 80s/90s song with that voice. I mean, how can you sing Earth Song by Michael Jackson with a serious voice?!

FreakOutKermit

That’s how I usually freak out when singing Michael Jackson songs.

3. The soliloquizer
I hate to be under pressure or totally stressed out because I’ve got a weird habit to handle such situations: I soliloquize. And this pretty much happens all the time during exams. Ask my math teacher. Oh, and I usually drift into Chinese somehow. Which, on the other hand, pretty much confuses other people around me.

4. Weird sleeping habits
I’m a somniloquist which means I can talk up to two hours to myself (with some interruptions in between) during sleep. Actually, I can even respond to your sentences if you tried to talk (back) to me during that somniloquy stage.

5. Weird urges
I often have the urge to check out if a random number is divisible by 3.

6. My personal apocalypse
I can’t leave the house without a pack of tissues. No tissues = my doomsday

7. Wannabe smartass Lillie
I usually quote things incorrectly or in a weird context. 

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(My quotes are far more disastrous)

And now, last but not at least (okay, it’s not really a quirk-quirk, but still):
I’ve got that double-chocolate cappuccino addictionI need to have my double-chocolate cappuccino every morning. A day without a double-chocolate cappuccino = a grumpy and sourpuss me.

So these are some of my weird habits. What quirks do you have? Let me know in the comments or send me the links to your own post!

Rezension: Schattenhauch – Ruinen der Dämmerung

SchattenhauchTitel: Schattenhauch – Ruinen der Dämmerung
Autorin: Tanja Bern
Verlag: Impress
Seitenzahl: 261
Kurz und knapp: Interessante post-apokalyptische Ansätze, wobei die Handlung ab der Mitte leider eher flachfällt..

Die siebzehnjährige Amelie ist einer der wenigen übrig gebliebenen Menschen einer veränderten Welt. Umringt von riesigen Festungswällen führen sie und die anderen Dorfbewohner ein einfaches naturverbundenes Leben ohne Strom, Gas und allem, was seit der zerstörerischen Chemiekatastrophe vor dreißig Jahren vernichtet wurde. Amelie kennt es nicht anders, sie ist glücklich. Mögen da draußen im undurchdringlichen Urwald die Schatten lauern, sie weiß, dass ihr nichts passieren kann, so lange sie hinter den Barrieren bleibt. Aber dann geschieht etwas, was sie zum Verlassen des Dorfes zwingt. Und zwar ausgerechnet mit dem Jungen an ihrer Seite, den man einst in den düsteren Wäldern gefunden hat…

Banner (2)Meine Meinung

Schattenhauch ist ein Buch, bei welchem ich den Klappentext gelesen habe und einfach wusste, dass ich das Buch haben musste. Und tatsächlich — ich war am Anfang des Buches mehr als hingerissen vom Konzept der Geschichte! Durch einen geheimnisvollen Prolog konnte mich Schattenhauch – Ruinen der Dämmerung ziemlich schnell fesseln und ich hatte auch so keine Probleme, in die Geschichte einzutauchen. Der Hauptgrund dafür lag an den interessanten Dystopieansätzen, die sich die Autorin ausgedacht hat. So handelt es sich bei dem Buch um eine postapokalyptische Geschichte, bei der die Welt auf menschengemachte Naturzerstörung zurückgeht. Ich war fasziniert von der Welt, die Tanja Bern erschaffen hat: So hat die Welt, in der die Hauptcharakterin Amelie lebt, die Oberhand übernommen. Auf der Suche nach neuen Energiequellen (die immer noch existieren) wurde die Erde zerstört, Penticillin konnte man ohne weiteres selber herstellen und allgemein geht das Buch vom Weltenaufbau her sehr ins Naturwissenschaftliche rein, was mich SEHR positiv überraschen konnte.

Amelie, die Protagonistin im Buch, lebt in einem der sogenannten Tälern, wo sie sicher vor den Gefahren im Urwald, insbesondere den Schatten, ist. Auch hier war ich sehr von der Kontrastvielfalt im Buch überrascht: Einerseits gibt es die scheinbar sichere Welt; direkt nebenan allerdings ist die Macht der Natur überwältigend. Wildtiere, Raubkatzen und allgemein exotische Tiere laufen dort frei rum, weil sie aus den Zoos ausgebrochen sind — diese Tatsache hat mich sehr geschockt, weil sie tatsächlich möglich sein könnte (die Tiere kommen nicht aus einem anderen Kontinent! Menschen sind für den Ausbruch der Wildnis verantwortlich!). Auch das Leben im Tal war total anders, als ich erwartet habe: So ist es in der technologischen Hinsicht sehr primitiv; das soziale Leben ist der normalen Welt aber nicht unähnlich: Es gibt normale Schulen, Schüler müssen Hausaufgaben machen, Familien müssen normal den Tisch decken etc..
Als Amelie und Derlyn gezwungenermaßen in die Wildnis müssen, ändert sich alles für sie — und auch in der Geschichte. Merkwürdige Gestalten laufen draußen rum –wie z.B. die Shivaja, die Mutationen von Menschen sind und erweiterte Fähigkeiten haben, die normalerweise nur Tiere besitzen. Wieder einmal bin ich fasziniert, wie logisch Tanja Bern ihre Existenz erklärt — und wie überzeugend sie die Entwicklung dieser neuer Gruppe von mutierten Menschen darstellt. In deren Art erinnern sie mich sehr an die Na’vi aus dem Film Avatar – Aufbruch nach Pandora, was ich sehr interessant fand.

Umso enttäuschter war ich, als die Geschichte langsam bergab geht.

Derlyn, besagter Junge mit dem ungewöhnlichen Aussehen, übt eine Faszination auf Amelie auf, der sie sich nicht entziehen kann. Ich allerdings, hätte sehr gerne darauf verzichtet. Tatsächlich konnte ich mich nie wirklich mit Derlyn anfreunden, obwohl es nicht wirklich daran lag, dass er als Person uninteressant ist. Schon als Säugling im Wald gefunden, wo es nur von Gefahren nur wimmelt, wächst er als Findelkind bei Ella (die übrigens im Prolog vorkommt und für mich einer der interessantesten Charakteren darstellte) in einer der Täler auf. Niemand hat Ahnung von seiner Herkunft, und abgesehen davon, dass er von seinen Mitschülern im Teenageralter ab und an gehänselt wird, hat er doch eine relativ normale Kindheit. Auch bei seinem Charakter hat sich Tanja Bern etwas sehr ungewöhnliches ausgedacht: So hat er ein fast androgenes Aussehen, was sich aber niemand wirklich erklären kann. Dass er der Schlüssel zur Außenwelt ist, machte mich nur noch neugieriger.

Vielleicht ist er aber als Person doch zu weiblich geblieben (und nicht nur in hinsichtlich seines Aussehens!). So ist er sehr naturverbunden; wenn es ums Kämpfen geht, war er mir aber doch zu weinerlich. Zwar entwickelt er sich im Verlaufe des Buches zu einer selbstbewusstere(re)n Person, jedoch ging der Eindruck, dass er einfach ein (hm) (Entschuldigung) Knirps ist, nicht weg. Er ist sentimental, feinfühlig — aber einfach ohne Kanten. Ich konnte mich mit seiner Persönlichkeit nicht identifizieren und ich hatte leider nie das Gefühl, dass er ein greifbarer Charakter ist. Darüber hinaus gibt es etwas, was mich an seiner Person sehr gestört hat, allerdings betone ich, dass dies nur meine persönliche Meinung ist und nicht in die Buchbeurteilung mitreingeht: Ich finde den Namen Derlyn einfach SCHRECKLICH. Allgemein mag ich es nicht sehr gerne, wenn neue Namen einfach erfunden werden, aber Derlyn ist einfach ein Name, der sich sehr weiblich anhört und leider bei mir nicht punkten konnte.

Darüber hinaus konzentriert sich das Buch sehr auf die Liebesgeschichte zwischen Derlyn und Amelie, was ich anfangs noch sehr süß und niedlich fand. Nach dem zigtausendsten Mal “zaghaft schmiegt sich Amelie an Derlyn” oder “Derlyn blickt Amelie tief in die Augen” oder “Amelie klammert sich noch fester an Derlyn, weil sie Angst hat im Wald” hat es mir aber doch gereicht (okay, die Zitate sind jetzt zwar ausgedacht, aber viele Szenen verliefen nach diesem Motto). Ferner wirkten die Dialoge zwischen den beiden viel zu aufgesetzt, dass man ihnen die gegenseitige Anziehungskraft einfach nicht abkauft; die Chemie zwischen ihnen stimmt nicht.

Amelie ist eine Hauptcharakterin, die einfach…da ist. Ich kann nicht wirklich sagen, dass sie großartige Leistungen im Buch erbracht hat, bzw. etwas zur Handlung beigetragen hat. Ich habe einfach ihre Rolle im Buch nicht verstanden. Wäre sie der Wildnis alleine ausgesetzt gewesen, wäre sie direkt tot! Zudem hat sie etwas an sich, das nach Naivität schreit. Vielleicht wurde ich vom Cover einfach zu sehr beeinflusst, weil das Mädchen, das höchstwahrscheinlich Amelie ist, einen Killerblick aufhat. Sie ist als Charakter austauschbar und uninteressant; ich hatte den Eindruck, dass ihre einzige Rolle im Buch darin besteht zu existieren, weil die Autorin eine Charakterin braucht, aus der die Geschichte (teilweise) erzählt werden kann.

War anfangs der Schreibstil anfangs noch sehr angenehm zu lesen, da er in gewissen Maßen erfrischend ist (endlich wagt sich eine Autorin wieder an die 3. Person-Erzählweise!), wurde er mit der Zeit immer statischer. Die Autorin bemüht sich, eine besonders sprachlich ausgeprägte Erzählweise zu benutzen, welches fast ins Poetische geht und insbesondere durch Metaphorik und Bildmalerei ausgezeichnet wird. Dies ist am Anfang auch wunderschön zu lesen. Nach einiger Zeit hatte ich aber den Eindruck, dass sie es häufig zu sehr übertrieben hat, sodass es einfach unprofessionell und künstlich wirkt, wodurch der Lesefluss stark beeinträchtigt wurde. Ferner gibt es in meinen Augen viel zu viel Fake-Dramatik im Buch; scheinbare Wendungen, die aber sehr vorhersehbar sind. Mehrmals habe ich in Betracht gezogen, das Buch abzubrechen; warum ich es letztendlich doch zu Ende gelesen habe, war höchstwahrscheinlich, weil ich es als Rezensionsexemplar bekommen habe.
Das Buch bildet einfach keine ganze Einheit; viel mehr sind es immer kleine Handlungsstücke, die mehr oder weniger das Buch ausmachen. Auch wird das Buch aus wechselnden Perspektiven (auch aus der von verschiedenen Shivaja) erzählt; ich persönlich hatte kein Problem damit beim Lesen, aber vielleicht hätte eine einzige dominante Erzählperspektive, die sich von den anderen hervorhebt, dazu beigetragen, dass ich mich mehr in der Geschichte zurechtfinde.

Insgesamt hätte ich mir eine differenziertere Handlung gewünscht; stärkere Charaktere und eine leichtere Sprache. Das Buch war mir zu schwarz und weiß — es gibt nur die einen Guten, jeder hat eine dunkle Seite in sich, wir brauchen Weltfrieden. Zwar hat sich die Autorin bemüht, die Hintergrundsgeschichte der einzelnen Charaktere zu beleuchten, um diese dreidimensionaler zu machen. Für mich persönlich ist dieses aber sehr flachgefallen, weil sich die Autorin dann doch wieder zu zahlreichen Klischees bedient hat nach dem Motto “Du bist nicht Schuld, dass Leute sterben, schuldig ist die ganze Menschheit”. Das Ende kann man letztendlich als gelungen bezeichnen, aber es war keine leichte Fahrt bis dahin. Für Leser, die Fans von postapokalyptischen Geschichten sind mit viel Romanze und ungewöhnlichen Fantasyaspekten, ist das Buch absolut empfehlenswert. Für mich war das Buch aber leider nix, weil die Charaktere zu durchsichtig waren und die sprachlichen Ausdrücke teilweise zu übertrieben waren.

2.5ccVielen Dank an Carlsen Impress für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!